Ausstellungsrepliken Kerma

Erstellung von Ausstellungsrepliken der Königsskulpturen von Kerma

Sieben Königsskulpturen im Museum von Kerma wurden im Frühjahr 2014 durch ein Team von TrigonArt Berlin dreidimensional erfasst. Zehn Tage waren für sämtliche Arbeiten vor Ort und die vollständige 3D Erfassung veranschlagt. Für die Arbeiten setzte das Team einen Präzisionsscanner und das Messverfahren des Lichtschnittscannens ein. Für die Details wurde eine Messauflösung, also einem Messpunktabstand, von etwa 0,15 Millimetern auf dem jeweiligem Objekt gewählt. Für die späteren Herstellung von Ausstellungskopien, wurden im Anschluss an die 3D-Scanarbeiten alle sieben Skulpturen ausführlich fotografisch dokumentiert. Für alle sieben Skulpturen wurden Messbilder und alle nummerischen Informationen wie Volumen, Größe und Gewicht ausgegeben.

 

Intensive Planungen und Vorberechnungen geschahen im Vorfeld der maschinellen Produktion der beiden Skulpturen. Wegen der maximalen Deckentraglast am späteren Ausstellungsort in Neuchâtel in der Schweiz von 400 Kilogramm pro Quadratmeter, konnten die Figuren nicht als Vollkörper hergestellt werden, da das Gewicht der Kopie Taharqa dann mehr als 700 Kilogramm betragen hätte.

 

3D Scan

So mussten die Figuren hohl aufgebaut werden, jedoch ohne die Stabilität zu gefährden. Zu deren Sicherung wurden im Bereich des vorstehenden Beines und im Rückenpfeiler stabile Aluminiumprofile mit einem Querschnitt von 40 und 60 Millimetern eingelassen. Die Herstellung der verschiedenen Bauteile der Skulpturen Taharqa und Tanutamun I erfolgte mit einem speziellen 3D-Druckverfahren in Quarzsand. Nach der Fertigung der Skulpturen als sogenannte Rohblöcke waren die Oberflächen der beiden Skulpturen in unseren Werkstatträumen in Berlin noch einmal vollständig zu überarbeiten. Um eine dem Granit ähnliche Oberflächenbeschaffenheit zu gewährleisten, mussten alle Flächen in mehreren Arbeitsgängen bearbeitet werden.

Repliken Fertigung

Die farbliche Imitation des relativ grobkristallinen Granits ist durch seinen hohen Anteil an glitzerndem farblosen Quarz, dunklen Mineralen wie Glimmer und den vielen unterschiedlich gefärbten Feldspaten aufwändig. Um die genannten Effekte des Granits bei der Farbfassung zu erreichen, wurden auf die Skulpturen jeweils 18 – 19 Farbschichten aufgebracht.

Repliken Fertigung

Die Auftragstechniken variierten dabei von Schicht zu Schicht. Um den Glanzgrat und die durchscheinende Wirkung des Granits zu erreichen, brachten wir in mehreren Zwischenschichten ein Wachsmalmittel auf, das bis zum gewünschten Effekt aufpoliert werden kann. Während der Arbeitsgänge wurden Details, wie die Vertiefungen der Reliefs mit einer Maskierflüssigkeit abgedeckt, um die Wirkung der aufgerauten, tonal deutlich helleren Oberflächenbeschaffenheit zu erzielen. Laténium

Replik Kerma

Fertige Replik

Beteiligte Personen und Institutionen

Rütt und Schulz Restaurierung Berlin

Weiterführende Links

Die Ausstellung Die Originale

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